Cerro Torre PDF Drucken E-Mail

  
     


"Hinter der Phantasie "Patagonien" liegt der Mythos des Verschwindens, das Eintauchen in die Einsamkeit am Ende der Welt. Natürlich ist dies nur eine Metapher. Ich kann mir vorstellen, daß Reisen in Patagonien bedeutet, die Grenzen eines Konzepts zu erreichen und an das Ende der Dinge zu gelangen." *


Jean Baudrillard (französischer Philosoph)
* Vorwort zum Buch „Der unmögliche Berg“ von Peter Meier-Hüsing

 


2006: Expedition auf den Spuren von Toni Egger

Toni Ponholzer reiste Ende Oktober 2006 zum Cerro Torre in Patagonien – um den 3166 Meter hohen Granithmonolithen zu besteigen…

Für manche ist es ein Berg, der sich wie eine Granitnadel in den Anden emporstreckt. Unter Kletterern gilt er als eine der größten Herausforderungen. Den legendären Allroundbergsteiger Toni Egger hat der 3166 Meter hohe Cerro Torre 1959 das Leben gekostet. Für den Debanter Toni Ponholzer wurde der Granitmonolith im Campo de Hielo Sur Ende Oktober 2007 zum neunten Mal das Ziel einer Expedition.

Mission fast geglückt

"Bis heute ist nicht bewiesen, ob es der Seilschaft von Toni Egger und Cesare Maestri damals gelungen ist, den Gipfel zu erreichen. Egger wurde von einer Eislawine in den Tod gerissen", erklärt Ponholzer (44), der hofft, auf Beweise für den Gipfelsieg zu stoßen. "Seit damals hat es niemand mehr geschafft, die 1100 Meter lange Egger-Route im Norden zu bewältigen."

Beinahe wäre dem gebürtigen Kalser das Vorhaben im März 2006 gelungen. "Damals mussten mein Kärntner Partner Markus Pucher und ich aufgrund des schlechten Wetters 200 Meter unter dem Gipfel umdrehen", sagt der Profikletterer.

(Quelle: Tiroler Tageszeitung, Sabine Bodner)


Mythos Cerro Torre Nordwand, "Maestri-Egger-Route"

Der Cerro Torre (spanisch: "Turm-Berg") ist ein 3.133 Meter hoher Granitberg, welcher sich im Campo de Hielo Sur an der Argentinisch-Chilenischen Grenze befindet, etwa 50 km nördlich des bekannten Nationalpark Torres del Paine. Der Cerro Torre ist extrem schwer zu besteigen und gilt daher als einer der schwierigsten und zugleich begehrtesten Gipfel der Welt.

Die Erstbesteigung soll am 30. Januar 1959 durch den Italiener Cesare Maestri und den Österreicher Toni Egger über die Nordwand erfolgt sein. Beim Abstieg verunglückte Egger tödlich durch eine Eislawine. Da seine Kamera das Gipfelfoto enthielt und verloren ging, konnte Maestri nie beweisen, dass er tatsächlich den Gipfel erreicht hatte. Viele Bergkameraden bezweifelten seine Schilderungen und somit galt der Cerro Torre weiterhin als unbestiegen.

11 Jahre später kehrte Maestri zurück zum Cerro Torre. Diesmal versuchte er, sich mit Hilfe eines Kompressors und ungefähr 300 Bohrhaken über die Südwest-Flanke "hinaufzubohren". Am 2. Dezember 1970 erreichte er das Ende der Felswand unterhalb des Gipfels, verzichtete aber darauf, den unstabilen Gipfelschneepilz zu besteigen (Zitat: "Der wird eines Tages weggeblasen"). Maestri sah den Berg damit für sich als bestiegen an und betrachtete seine Ehre als wieder hergestellt. Für einige Kritiker gilt aber auch dieser Versuch nicht als Besteigung, da Maestri nicht auf dem höchsten Punkt des Berges gestanden hatte. Der Kompressor hängt noch heute eine Seillänge unterhalb des Gipfeleispilzes, Maestris Route ist heute unter dem Namen Kompressorroute bekannt.

Die erste anerkannte Besteigung des Cerro Torre fand 1974 durch eine von Casimiro Ferrari geleitete Expedition statt. 46 Jahre lang konnte keine Seilschaft auch mit den neuesten technischen Hilfsmitteln einen Aufstieg über die "Maestri-Egger-Route" erfolgreich wiederholen. Bergsteiger von mehr als 20 Expeditionen, die einen Versuch wagten, berichteten auch vom Fehlen der angeblich von Maestri gesetzten Stahlhaken, was die Zweifel am Gipfelerfolg durch Maestri und Egger weiter untermauerte.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Cerro_Torre)